Blaufußtölpel


Sula nebouxii: Ein Tier, bei welchem der lateinische Name für uns dieser Sprache nicht mächtigen in seiner Unverbindlichkeit doch ein wenig schöner bis geheimnisvoller klingt als in seiner deutschen Entsprechung: Als Blaufußtölpel wird er wegen seines ungeschickt wirkenden watschelnden Ganges bezeichnet. Und nun ja, auf den menschlichen Betrachter wirkt er mit seinem Aussehen doch etwas eigentümlich. Aber wie immer in der Natur, alles hat seine Funktion! Je blauer die Füße, desto größer die Chance für ein Männchen, von einer Frau für die Erzeugung des Nachwuchses auserwählt zu werden, immerhin müssen die zwei oder drei gelegten Eier etwa 40 Tage lang gemeinsam bebrütet und die aus diesen geschlüpften Küken später auch ernährt werden. Je gutgenährter das Männchen, desto mehr Carotinoide gelangen in die Füße und erzeugen im Zusammenspiel mit besonders ausgerichteten Collagenfasern eine optimale Reflektierung des blauen Spektralbereichs. Was die Natur so alles an Ideen hervorbringt! Und so tolpatschig dieser Vogel an Land auch sein mag, erst in der Luft und im Wasser entfaltet er dann seine wahre Eleganz. Ähnlich einer Möwe breitet er seine Flügel aus und segelt beutesuchend über das Wasser. Und dann geht alles sehr schnell: Blitzschnelles Anlegen der Flügel, Eintauchen wie ein Pfeil ins Wasser durchaus bis zu 25 Metern Tiefe, um den zumeist an der Unterseite silbrig glänzenden Fisch beim Wiederauftauchen mit dem Schnabel zu fassen.