Laguna El Junco


So ist das halt in den Tropen: Schon der Besuch bei den Riesenschildkröten stellte unsere Regenkleidung gewaltig auf die Probe, aber es sollte noch schlimmer kommen. Regen peitschte bei der Weiterfahrt gegen das Fahrerhaus des Pickup, in welchem nicht alle Mitfahrer Platz gefunden hatten, was die Personen auf der Ladefläche, sich angestrengt festhaltend, durchaus animiert haben könnte, über das Elend der Welt zu sinnieren. Anhalten unterhalb der Laguna El Junco, einem süßwassergefülltem ehemaligen Vulkankrater, ein Naturreservat, wo sich eigentlich eine große Anzahl von Wasser- und Landvögeln aufhalten sollte und leicht zu beobachten wäre, so zumindest der Guide. Ziemlich verdächtig erschien es allerdings, daß der überhaupt nicht mit auf den Berg laufen und lieber im Trockenen verbleiben wollte, dort hinauf, wo sich ein rot-matschiger Pfad nach kurzer Entfernung im Bindfaden-Regen und später beim Aufstieg auch immer mehr im Nebel verlor, um schließlich an einem schroffen Abhang im Nichts zu enden. Der Krater. Kein Schnattern und Flügelschlagen von Wasservögeln, kein Zwitschern ihrer Land-Gegenstücke, nur gelegentlich künden in seiner Tiefe kaum wahrnehmbare graue Schatten von an diesem Tag nicht betrachtbaren Landschaften. Vielleicht befindet sich ja hier der Eingang zum Mittelpunkt der Erde und nicht in Island, wie von Jules Verne beschrieben? Oder da unten lauert gar der Erlkönig und wartet auf Opfer, welche sich neugierig an dem großen Stein vorbei auf schmalem Pfad in die Tiefe aufmachen? So läßt doch Nebel der Phantasie freien Lauf, was strahlender Sonnenschein niemals vermag....