Wächter der roten Fahne


Einsam bewacht Cocoireiher Max am wellenumtosten Tortuga Bay neben einer ins Wasser ragenden Buhne aus schwarzem Lavagestein mit aufmerksamem Blick eine vom Südwind zerzauste rote Fahne unklarer Bestimmung. Er ist gerne hier, der geduldige Jäger, läßt sich die kühlen Lüfte um die Federn wehen und wartet auf die von der Brandung herangespülten Meerestiere, welche so unvorsichtig waren, als willkommene Mahlzeit für ihn in Strandnähe zu geraten. Und er tut dies ausdauernd, denn als wir ein paar Stunden später vom Strandspaziergang zum Besuch der Riesenechsen und Barfußtölpel zurückkehren, da fixiert er uns erneut mit seinem aufmerksamen Blick, nur ein wenig näher ist er an das Wasser gerückt, um seinen Chancen auf einen Fang ein wenig zu vergrößern. Was für ein filigranes Tier, von der Natur gut auf das Überleben eingerichtet: Die langen Beine und ein ebensolcher Hals vergrößern den Beobachtungswinkel auf die Wasseroberfläche, um potentielle Beute bessser wahrnehmen zu können, der schnittige Rumpf sorgt für Fliegen ohne zu große Kraftanstrengung, wenn es sich auch nicht unbedingt um einen Sturmvogel handelt, ja und der spitze, lange Schnabel erlaubt dann das finale Festhalten oder gar das Aufspießen der Beute, um sie aus dem Wasser zu bugsieren und am gewünschten Ort verspeisen zu können.