Ein Herrscher Roms, dessen Name wohl jedem zumindest geläufig sein dürfte, war dann der letzte, welcher die die Wende von "vor Christi" in "nach Christi" noch nicht erlebt hat: Gaius Julius Cäsar, geboren am 13.Juli 100 v. Chr in Rom. Am Anfang ließ der Beginn einer normale Ämterlaufbahn eigentlich nichts besonderes zu vermuten, aber familiäre Bande und eine Portion glückliche Hand und auch Grausamkeit führten ihn auf den höchsten Gipfel der Macht, den das Römische Reich bieten konnte. In ersten Kriegen machte er sich nützlich: die Erstürmung Mytilenes, die erfolgreichen Piratenkriege in Kilikien, als "Proprätor" in Hispanien, schließlich wurde er mit Hilfe von Seilschaften im Jahr 59 v. Chr. zum Konsul gewählt, dem höchsten Amt, welches die Römische Republik zu vergeben hatte. Gegner und Neider gab es genug, und viele von ihm erlassenen Gesetze kamen nur unter Rechtsbrüchen zustande, manchmal wurden die Gegner einfach vom Versammlungsplatz geprügelt. Und wieder eine Portion Glück: Der Statthalterposten für Gallien war plötzlich valkant und mit bekannter Grausamkeit wurden die gallischen Stämme bis zum Jahr 53 v. Chr. niedergeworfen. Inzwischen tobte in Rom ein Aufstand gegen ihn, so marschierte er nun gegen seine Hauptstadt und entschied den folgenden Bürgerkrieg bis ins Jahr 45 v. Chr. Der Rest der Übriggebliebenen wählte ihn schließlich am 15. Februar 44 v. Chr. zum Diktator auf Lebenszeit. Diese "Lebenszeit" dauerte allerdings nur einen Monat, am 15. März 44 v. Chr. wurde er während einer Senatssitzung unter wesentlicher Beteiligung vom Adoptivsohn Marcus Iunius Brutus (seine berühmten angeblich letzten Worte:"Auch du, mein Sohn") ermordet.
Und was ist nun von ihm geblieben? Einige ihm zugeschriebenen und noch heute verwendeten Aussprüche wie "Ich kam, ich sah und siegte" anlässlich einer kurzen Schlacht gegen Phamakes II von Pontus im Jahr 47 v. Chr. , oder "Der Würfel ist geworfen (gefallen)!" anlässlich der Überschreitung des damaligen Grenzflusses Rubikon (Synonym für "Es gibt kein Zurück mehr") in Richtung Rom am 10. Januar 49 v. Chr..
Viel Zeit hatte er allerdings nicht, sich mit bedeutenden Bauten zu verewigen und die wenigen geschaffenen sind heute nur noch in Rudimenten erhalten, so auch die im Forum Romanum befindliche Basilika Iulia, seinem Gentilnamen, vielleicht sogar dem Andenken seiner Tante Iulia gewidmet. Deren Bau wurde im Jahr 54 v. Chr. von ihm begonnen, ging aber nicht so richtig voran und konnte, noch unfertig, schließlich im Jahr 46 v. Chr eingeweiht werden. Vollendet wurde sie erst unter dem ersten Kaiser Augustus. Die Säulenreihen zeigen ihre Größe auch heute noch recht gut an: Mit einer Fläche von 101 mal 49 Metern war sie die größte Basilika im Forum Romanum, fünfschiffig mit einem dreigeschossigen Mittelschiff von 82 mal 18 Metern. Hier tagten verschiedene Zivilgerichte, unter anderem das Tribunal der Centumviri und man konnte den Mittelraum für Mehrfachnutzung mit Holzrahmen unterteilen. Flexible Bürofläche ist keine Erfindung der Neuzeit! Ja, und auf einigen Stufen des Haupteingangs sind übrigens noch eingeritzte Linien für Brettspiele (Dama, Mühle) zu erkennen, auch damals gab es eben auch schon Wartezeiten.