Nach den auf den ersten Kaiser Augustus folgenden Herrschern der Julisch-Claudischen Dynastie, dem Tiberius, dem grausamen Caligula und dem Claudius folgte im Jahr 54 n.Chr. deren letzter und wohl auch ziemlich bekannter, der Nero Claudius Caesar. Von Seneca, dem berühmte Philosophen ausgebildet, gelangte er nach Vergiftung des Vorgängers Claudius durch seine machthungrige Tante Agrippina an die Macht, deren ersten fünf Jahre zeigte er sich als fähiger und eigenständig denkender Herrscher. Nach dem Tod seines Ratgebers Burrus und dem Rückzug von Seneca verschlechterte sich sein Charakter immer mehr, was einen ersten Höhepunkt mit dem großen, in seinem Auftrag wohl in der Nacht vom 18. zum 19. Juli 64 gelegten Brand Roms fand, bei dem Rom etwa zur Hälfte vernichtet wurde. Endlich Platz für seinen neuen Palast, das "Goldene Haus" (Domus Aurea), während die Christen, schnell als Urheber des Brandes dargestellt, eine erste Welle ihrer Verfolgung über sich ergehen lassen mussten. Eine sehr zweischneidige Persönlichkeit, der Nero: Einerseits ein recht gebildeter, aber doch Machtpolitiker, andererseits aber ein recht narzisstischer Künstler, welcher sich nicht zu schade war, bei seinem Streben nach künstlerischer Perfektion auf selbst organisierten Festivals auch selbst als Schauspieler, Künstler oder Gladiator aufzutreten und bei dieser Gelegenheit immense Schulden anzuhäufen. Unerhört in den Augen der Machtelite des römischen Reiches. Und dem verehrten Griechenland im Jahr 65 die Freiheit zu schenken und im Jahr 67 einen Mann (Sporius) zu seiner Ehefrau Sabina zu machen, all dies verminderte seine Gefolgschaft unter den Mächtigen des Reiches bis auf Nahe Null, so dass ihm am 09. oder 11. Juni 68 angesichts des herannahenden Pferdegtrappels seiner Richter nur noch blieb, sich den Dolch in die Kehle zu stechen.
Viel ist in Rom von ihm nicht erhalten geblieben, der Domus Aurea-Palast wurde geplündert und zerstört, seine Standbilder vernichtet. Was folgte, war das sogenannte Vier-Kaiser-Jahr 68 / 69, ein Bürgerkrieg, in welchen vier Provinzherrscher um die kaiserliche Würde kämpften und schließlich Vespasian die Dynastie der Flavier einleitete.
Und der mit etwa 100 ha riesige gesamte Komplex des Domus Aurea wurde zum Teil (u.a. mit dem Kolosseum und den Trajansthermen) neu überbaut und auf dem Rest entstand eine parkähnliche Landschaft mit eingesprengselten Ruinen der erhaltenen historischen Bauten.