Kolosseum


Wohl eines der bekanntesten (und noch recht gut erhaltenen) Bauwerke des alten Roms soll nun besprochen werden: Das Amphitheatrum Flavium (ab dem 8. Jhdt Kolosseum), benannt nach den Erbauern unter den Kaisern der flavischen Dynastie, ersonnen vom Ersten ihrer Abfolge, Vespasian. Als Sieger aus dem Bürgerkrieg nach Neros Tod in den Jahren 68/68 n. Chr. hervorgegangen, erwies er sich als klug und nüchtern denkender Kopf, er stärkte das Reich nach den Wirren unter und nach seinem Vorgänger wieder und sanierte die Staatsfinanzen, trieb Steuerrückstände ein, erhöhte die Steuern und verkaufte Staatsämter. Letzteres ein Vorschlag für die klamme Bundespolitik? Na, lassen wir solche Gedanken lieber und widmen uns weiter Vespasian: Auch die Beute aus dem gewonnenen jüdischen Krieg (67-71 n. Chr.) half ihm dabei, und auch eine Latrinensteuer! So hielt er seinem kritisch dazu eingestellten Sohn Titus eine Münze hin, der musste eingestehen, dass sie nicht stank: „Und dennoch stammt sie aus dem Urin.“, sein Ausspruch, aus welchem die heutige Redewendung "Geld stinkt nicht" entstanden sein dürfte. Ja, und eine Latrinensteuer gibt's doch auch schon: 19 Prozent vom dort ausgegebenen Geld kassiert der Finanzminister.... Ja, und das Kolosseum: Auf dem Gelände des zerstörten Domus Aurea, des Palastes seines vom Volk verhassten Vorgängers Nero, entstand ab dem Jahr 72 n. Chr. ein monumentales Amphitheater, der wohl größte Bau, den das Römische Reich je hervorgebracht hatte, in Form einer Ellipse mit einer Breite von 156 und einer Länge von 188 Metern für ca 50000 Zuschauer auf drei Rängen, deren Arkaden durch Halbsäulen gegliedert wurden, und dem auf Wunsch von seinem Nachfolger Titus noch ein weiteres, massiver gestaltetes Obergeschoss aufgesetzt wurde. 80 Eingänge und ein ausgeklügeltes Gangsystem machten es möglich, das Theater in 15 Minuten zu füllen und in 5 Minuten zu räumen. Seine Einweihung im Jahr 80 n. Chr. erlebte der 79 n. Chr. gestorbene Vespasian nicht mehr, sie erfolgte mit 100-tägigen Spielen, mit Gladiatorenkämpfen, nachgestalteten Seeschlachten (Ja, die Bühnenbretter konnten abgetragen und im Erstzustand der Keller darunter geflutet werden!) und Tierhetzen, bei denen wohl etwa 5000 Tiere zu Tode kamen. Fast 450 Jahre war der Bau in Betrieb, wurde auch nach der Eroberung Roms durch die Ostgoten weiter unterhalten und genutzt, die letzte Veranstaltung fand im Jahr 523 n. Chr. unter Theoderich des Großen statt. Die schweren Zerstörungen in den Rückeroberungskriegen des oströmischen Kaisers Justinian wurden dann nicht mehr repariert, in den Arkaden und Gängen des Baues hausten nun die letzten Einwohner des zerfallenden Roms, später wurde die außere Fassade als Steinbruch für die Bauten des neuen Roms genutzt, bis Pabst Benedikt XIV die Ruine im Jahr 1744 unter der Annahme des Todes vieler Christen als Märtyrer-Stätte weihte und einen Kreuzweg mit Kapellen darin errichtete. Und warum gerade diese Bild? Ein Seitenblick auf das Bauwerk mit einem Querschnitt durch die letzten verbliebenen Reste der Außenwand mit Treppenhäusern und Gängen bietet sich hier, der links vom Kolosseum stehende Konstantinsbogen zu Ehren des gleichnamigen Kaisers aus dem Jahr 315 n. Chr. ist eine andere Geschichte.....