Mit knapp zwei Jahren hatte der Übergangskaiser Nerva verdammt wenig Zeit, seine Nachfolge so zu regeln, auf dass es nach seinem nahenden Tod nicht wieder zu einem Bürgerkrieg in Rom kommen würde, genau dafür wurde er ja von weitsichtig denkenden Senatoren ins Amt gehievt. Und der kinderlose Nerva handelte, im Oktober 97 adoptierte er den von ihm schon früher eingesetzten Statthalter Obergermaniens, immerhin den Herrscher über das Rom nächstgelegene Heer, über drei Legionen mit insgesamt 35.000 Soldaten, und machte ihn so zum Teilhaber seiner Herrschaft, welche er dann im Januar 98 nach Nervas Tod im Ganzen auf sich vereinigen konnte. Aber erst im Herbst 99 kehrte er aus Germanien nach Rom zurück, zuerst sollten die strategisch wichtigen Straßen von Mainz zur Donau und über Köln nach Nimwegen sowie der Neckar-Odenwald-Limes fertiggestellt werden. Die Ruhe in Germanien und ein gutes Verhältnis zum Senat in Rom ermöglichte es ihm nun, weiter nach Osten vorzudringen: Zwei erfolgreiche Kriege gegen die Daker (heutiges Rumänien) in den Jahren 101 und 104 sicherten die dortige Nordgrenze und in den Jahren 113 bis 117 erreichte er nach anfangs erfolgreichen Feldzügen in Armenien und Syrien gegen die Parther Mesopotamien. Das Römische Reich erreichte im Jahr 116 seine größte Ausdehnung.
Aber seine Herrschaft im Inneren zeichnete sich durch Weitsicht aus: In der Zeit zwischen den Kriegen verbesserte er die Infrastruktur des Reiches, gründete neue Städte, bevorzugt in den Grenzprovinzen (z.B. bei Xanten, in Nimwegen, auch Aquae Mattiacorum, das heutige Wiesbaden, oder Nida, das heutige Frankfurt-Heddernheim und in Thrakien z.B. Stara Zagora und Sofia. Und er erschaffte die erste Stiftung, die Alimenta, zur Auszahlung von Kindergeld an vermutlich hunderttausende Jungen und Mädchen, mit dem Ziel der Erhöhung der Geburtenrate im Römischen Reich.
Und wie von jedem Kaiser, der etwas auf sich hielt, mussten natürlich auch diverse Denkmäler geschaffen oder zumindest begonnen werden, so auch das Trajansforum ab dem Jahr 107, dazu wurden die 35 Meter hohen Anhöhen am Ostabhang des Quirinals abgetragen. Seine Spuren sind zumeist spärlich, das eigentliche Forum wurde im Mittelalter als Steinbruch genutzt und überbaut, nur die Trajanssäule sowie an der Bergseite große Teile der halbkreisförmigen Trajansmärkte mit Läden, Magazinen und sogar mit überdachten Ladenstraßen und Innenhöfen sozusagen das erste Warenhaus der Welt, bieben erhalten. Aber wie immer bei diesen Bauten, Trajan erlebte deren Fertigstellung nicht mehr, er starb am 08. August 117 auf der Rückreise aus Mesopotamien. Auch seinem Nachfolger, Hadrian, war diese Fertigstellung nicht vergönnt, es brauchte noch einen weiteren Regierungsantritt, erst unter Antonius Pius wurde der Komplex im Jahr 143 nach 36 Jahren Bauzeit vollendet. Was ist schon der Flughafen BER dagegen?