Kathedralenhöhle


Eine gewaltige Höhle verbirgt sich da in dem eigentlich eher unscheinbaren Kalksteinmassiv! Nach Aufstieg über die zweihundertzweiundsiebzig Stufen und dem Durchschreiten des gegen bestimmt häufig stattfindende Geröll- und Holzabgänge geschützten Eingangs erreicht man schließlich die von der Natur geformte riesige Haupthalle, um erst einmal wegen des sich hier darbietenden Panoramas andächtig stehenzubleiben. Da liegt sie nun vor uns, die über einhundert Meter hohe Höhle, darin sich einige auch nicht gerade niedrige Schreine und Tempel geradezu verlieren. Und alles das läßt sich, allen Fußpilzallergikern und Davor-Angst-Habenden sei's gesagt, selbstverständlich nach Ausziehen des Schuhwerks, betreten und auch anfassen, wenn auch der Sinn mancher Einrichtungen dem Nicht-Hindu wegen fehlender Erklärungen verwehrt bleibt. Aber das ist noch nicht alles, denn weiter hinten wartet sozusagen in der Beletage hinter einem steinernen Portal schon der zweite Teil der Höhle, angefüllt mit weiteren Sakralbauten. War es eine Laune der Natur, hier von oben Wasser durch den Kalkstein eindringen zu lassen, diesen seine Stabilität zu rauben und ihn schließlich einstürzen zu lassen, hat vielleicht auch ein Erdbeben seinen bescheidenen Beitrag dazu geleistet? Wir wissen es nicht und kennen nur das Ergebnis: Ein komfortabler Lichtschacht ist entstanden, zu den Zeiten ohne elektrische Beleuchtung ein wichtiges Kriterium für die Erbauer, genau hier diese Kultstätte zu errichten. Denn durch Dunkelheit tapsen oder an Abgasen von Feuern zu ersticken, das will wohl keiner der Gläubigen, welcher Religion auch immer er anhängen mag.