Aung Mingalar-Tempel


Es ist immer wieder erstaunlich, welche Gemeinsamkeiten es doch zwischen den so unterschiedlichen Religionen gibt. Was in Europa der Friedhof um die Kirche herum, das ist im Buddhismus im Prinzip dasselbe, nur eben hier als Ergänzung von Tempeln oder Pagoden. Der eher zweckmäßig veranlagte Zeitgenosse möge einwenden, eine solche Nähe sei ja ganz praktisch, um Trauerfeier und Beerdigung von Menschen in räumlicher Nähe stattfinden zu lassen. So kann die in Gotteshäusern, ob in Kirchen oder Pagoden, naturgemäß feierliche Atmosphäre beim Übergang in die Physis einer Grabstätte nicht verlorengehen. Wenn sich diese auch von denen aus europäischen Gebieten unterscheiden, so dienen sie doch demselben Zweck, nämlich das Andenken an Verstorbene darzustellen. Auch einem Außenstehenden, der darüber hinaus von Gemeinsamkeiten und Fremdartigkeit der unterschiedlichen Gestaltungen beeindruckt ist, wie der Europäer in Südostasien: Eine Andenken für die eingeäscherten Reste von Familienmitgliedern und zur Ehre Buddhas? So auch bei der Aug Mingalar-Pagode mitten auf einer Insel im Inle-See, einem ziemlich breiten Gebäude mit seinen typisch geschwungenen Dächern, flankiert von den gegensätzlich schmalen und vergoldet in der Sonne blitzenden Stupas (sanskrit: stup - Anhäufen, Ansammeln) zum Andenken an verstorbene Mönche des angeschlossenen Klosters. So verlassen wir doch den von Ywa Ma zum nördlichen Hauptteil des Inle-Sees führenden Hauptkanal in einem spitzen Winkel Richtung Westen, und es öffnet sich bald vom Balkon des durch Giraffenfrauen geführten Long Neck Tribe's Houses der Blick auf das reizvolle Ensemble, bevor es auf der vielbefahrenen Wasserstraße weiter Richtung Norden geht.