Alodaw Pauk-Pagode


Es lohnt sich, sich auf dem Inle-See bei Einfahrt von Norden her nicht schon, überrumpelt von ihren goldglänzenden Stupas, mit den ersten Pagoden zu begnügen und das Wasser entlang einiger auf Stelzen erbauter Dörfer weiter nach Süden zu durchpflügen. Denn dort, wo der hier langsam verlandende See sich in eine von Sümpfen und schwimmenden Feldern umgebende Wasserstraße zu wandeln beginnt, dort liegt ein weiteres Dorf, Nam Pan, überragt von seinem Haupttempel, der Alodaw Pauk Pagoda. Es ist wohl der älteste Tempel im Inle-Gebiet und doch nur einer von etwa vierundachtzig- tausend, welche unter der Herrschaft des sagenhaften Königs Thiri Dhamma Thawka noch vor der Entstehung des ersten birmanischen Reiches unter König Anawarahta etwa fünfzig Jahre nach der Jahrtausendwende, also vor mehr als eintausend Jahren, erbaut wurden. Als dieser Anawarahta dann auch zum Inle-See vordrang, gestaltete er das damals noch als Innphaya-Pagode bezeichnete Bauwerk zu einem heiligen Juwelenort um. Für europäische Geschmäcker überschreiten solche Tempel oftmals die Grenze zum Protz, dieser hier nicht, sein weißgetünchter Unterbau verleiht der goldenen, relatin einfach gestalteten Stupa-Spitze eine besondere Eleganz, ohne dabei überladen zu wirken. Und man muß ja nicht das Innerste betreten, wo, wie hätte man es auch anders von einem heiligen Juwelenort erwarten können, ein wohlgenährter goldener, mit Edelsteinen überzogener Buddha im Shan-Stil thront.