Htu-Par-Yone-Pagode


Da stehen sie nun am Rand der Kleinstadt Pindaya, in Reih und Glied oder verspielt-aufgelockert und am Rand mit einem generaligen Nationalhelden garniert, unzählige Stupas um die eigentlich nicht sehr große Htu Par Yone-Pagode gruppiert. Viel ist über die Geschichte dieses Komplexes nicht herauszubekommen, kein Wunder, ist er doch nur einer von unzähligen in Myanmar und die bestimmt fast einhundert Stupas sind nur eine verschwindend geringe Anzahl angesichts der Millionen Bauwerke dieser Art in den Ländern des Buddhismus. In vorbuddhistischer Zeit waren Stupas (Sanskrit stup: "aufhäufen, ansammeln") längliche Stein- oder Erdhügel, welche über den Überresten toter Personen errichtet wurden. Wie eigentlich auch in Europa. Erst die Inder fingen irgendwann an, in diese Bauwerke als Verbindung zum Zentrum des Universums einen Stab, später auch mit Schirm (an dem die im Winde klingelnden Ketten hängen), einzufügen, welcher alle Energie sammelt und die Geburt allen Lebens beeinflusst. Auch Reliquien wurden beigefügt. So wurde die Halbkugel zum Symbol der Balance von Energie im Universum und zum Symbol des Universums. Was das römische Reich für Europa, das war das Reich der Maurya-Dynastie, und besonders das von Kaiser Ashoka (268 v. Chr. - 232 v.Chr.) für das heutigen Indien und für Südostasien. Nachdem dieser Ashoka im Jahr 261 v.Chr. mit entsprechender Grausamkeit den ganzen Subkontinent erobert hatte, konvertierte er im Jahr 258 v.Chr. zum Buddhismus und wandelte sich zum Menschenfreund. 26 Jahre hatte er nun bis zu seinem Tode Zeit, Gesandtschaften in alle bekannte Welt auszusenden, um die Lehre des Buddhismus zu verbreiten (Eine soll sogar bis nach Athen zu den Griechen gelangt sein!), und auch, um ca 84000 Stupas zu errichten. So wandelte sich die Stupa zur Gedenk- und Andachtstätte, deren Errichtung im Buddhismus als heilsam gilt, da positives Karma im Geist des Erbauers zurückbleibt und hochwertige Wiedergeburten sowie bestenfalls rasche Erleuchtung verheißt. Auch die Umrundung einer Stupa , aber bitte im Uhrzeigersinn, soll sich positiv auf Leben und Wiedergeburt auswirken. Und wer ist nun der "generalige" Nationalheld? General Aung San (1915-1947) half zuerst im zweiten Weltkrieg mit seiner paramilitärischen Streitmacht in völliger Verkennung ihrer Absichten den Japanern, die Briten aus Burma zu vertreiben, bemerkte seinen Fehler im März 1945 gerade noch rechtzeitig, um die Seiten zu wechseln und nun den Briten zu helfen, seine früheren Verbündeten zu besiegen. Immerhin leistete er später den entscheidenden Beitrag zur Unabhängigkeit Burmas im Jahr 1948, welche er aber nicht mehr erlebte, da er am 19.Juli 1947 während einer Kabinettssitzung in Rangoon mit weiteren Ministern im Auftrag des Premierministers der früheren Kolonialregierung U Saw erschossen wurde. Auch hier: tödliche Intrigen. Aber immerhin: Eines von seinen drei Kindern ist Aung San Suu Kyi, die Friedensnobelpreisträgerin, welche im Jahr 2016 friedlich die Machtteilung mit den Militärs durchgesetzt und mit der Öffnung des Landes Reisen wie unsere dorthin erst möglich gemacht hat.