Die Pansodan Street verbindet in gerader Linie den Hauptbahnhof mit dem Hafen am Yangoon River und im Gegensatz zum nächsten weiter westlich verlaufenden Straßenzug aus Sule Pagode Street und Alan Pya Pagode Street bis hin zur gewaltigen Shwedagon-Pagode haben die Briten hier Bauten für die weltliche Nutzung errichtet: Die Straße beginnt am malerischen Kandawgyi Lake, überquert nach Natural History Museum und Aung San-Footballstadion den Hauptbahnhof, ab welchem sich nach einigen Banktürmen und Freizeitbauten neueren Stils in britischer Kolonialarchitektur gehaltene repräsentative Gebäude anschließen. So das "Gouvernment Telegraph Office", ein dem der vor einhundert Jahren seiner damaligen Bedeutung entsprechender gewaltiger, inzwischen aber etwas heruntergekommener Bau, in dessen Schalterhalle abseits einiger wenig frequentierter Counter alte Fernmeldemaschinen aus Vor-Internet-Zeiten besichtigt werden können, deren Tasten bestimmt noch durch zigarrenrauchende Briten abgewetzt wurden. Größer und wesentlich besser erhalten präsentiert sich mit seiner gegliederten rötlichen Putzfassade mit eingelassenen gelblichen Fensterumrandungen anschließend der High Court der Provinz Yangoon, Gerichte ernähren eben ihre Betreiber besser als antiquierte Poststationen. Der nächste, nur zweistöckige Bau beherbergt ein Geschäftshaus mit dem "Kafe in Town", flankiert weiter südlich von der gewaltigen indischen Botschaft aus dem Jahr 1914. Zwei Banken schließen sich an, die Außenstelle der ATM und später die Myanmar-Wirtschaftsbank, welche in einem Eckhaus zur Bank-Street hin residiert, auf der gegenüberliegenden Seite der Straße durch die Agricultural Development Bank of Myanmar ergänzt. Aber nun nähern wir uns auch schon dem Hafen und die Straße mündet in die Strand Road ein, welche mittels einer überdachten Fußgängerbrücke überquert werden kann, von welcher dieses Bild entstanden ist. In typischer Kolonialarchitektur gehalten ist das Eckgebäude mit seinen beiden rötlich bedachten Türmen, welches, umtost vom Verkehr auf der belebten Kreuzung, derzeit das Berufungs- und Landgericht beherbergt. Die dahinter befindliche Zollverwaltung präsentiert sich in besserem baulichen Zustand mit wehender Landesflagge über dem Turm, und der dahinter auszumachende neuzeitlice Protzbau beherbergt unter vollständiger Ausnutzung der Grundstücksfläche ein Hotel, ein Einkaufszentrum und bestimmt überteuerte "Living Rooms". Bäume und Bürgersteige stören da nur und benötigen Platz ohne Rendite einspielende Bruttogeschossfläche. Alles wie bei uns oder?