In allen Reisebeschreibungen kommen sie immer zu kurz, zwischen den zahllosen Bildern der Paläste, altertümlichen Ruinen und großartigen Naturschauspielen finden sich nur wenige von Gebäuden für die normale Bevölkerung, welche ja sozusagen das Salz in der Suppe einer jeden Metropole ausmachen. Und so möchte ich hier zwei unspektakuläre, allerdings ebenso historische Wohnbauten aus der britisch angehauchten Altstadt zusammenfügen: Links ein vor nicht allzu langer Zeit renoviertes Gebäude mit wohl teilweiser Gewerbenutzung, rechts eines, welches durchaus mal eine Auffrischung vertragen könnte. Man möge sich nicht an den fehlenden Fensterscheiben stoßen, bei den hier herrschenden tropischen Temperaturen erscheinen diese überflüssig, hölzerne Fensterläden gegen eventuellen tropischen Schlagregen und bestimmt auch gegen Einbrecher reichen völlig aus. Ist letzteres bei dem rechts sichtbaren Haus noch wichtig? Nun, die Satellitenschüsseln zeigen es an, dass hier durchaus normale Menschen wohnen. Der farblich-äußere Zustand ist aber in den Tropen nicht das Entscheidende: Keine Frostschäden möglich, keine Heizung, Winddichtheit oder gar Wärmedämmung erforderlich, ein intaktes Dach reicht hier eigentlich und natürlich sorgt der viele Regen für farbliche Auswaschungen an der Fassade oder gar Schimmel und auch Pflanzenbewuchs, wo immer sich ein wenig Erde oder ähnliches angesammelt hat. Und so wird dieses vor mehr als hundert Jahren geschaffene Monument der britischen Kolonialzeit auch noch weitere Jahre einer gewissen Verwahrlosung überstehen und die durch die enge Gasse vorbeidefilierenden Passanten zu interessanten Vergleichen mit dem Ensemble ein paar Häuser weiter animieren.