Shwedagon-Pagode


Das hätten sich die beiden Brüder Taphussa und Bhallika aus dem Staat Ramanya wohl nicht träumen lassen, als sie mit acht von Buddha Siddhartha Gautama für treue Dienste geschenkten Kopfhaaren auf dem Singuttara-Berg unter Hilfe durch König Okkalapa im Jahr 486 v.Chr. eine zehn Meter hohe Pagode bauten, um diese Teile des Kopfschmuckes ihrer Bedeutung entsprechend hier in einer goldenen Schatulle einzumauern. Egal, ob nun die Vergrößerung auf eine Höhe von achtzehn Metern irgendwann zwischen dem sechsten und zehnten Jahrhundert n.Chr. durch das Volk der Mon oder erst durch den Mon-König Binnya U im Jahr 1372 erfolgte, weitere Könige arbeiteten unermüdlich bis in das Jahr 1774 an einer Vergrößerung auf insgesamt 98 Metern. Im Laufe der Zeit wurde alles mit Gold und Edelsteinen reich verziert und überall mit Glocken behängt, wobei sich eine Frau dabei ganz besonders hervortat: Königin Shinsawbu (reg. 1453-1472) stiftete gar ihr Körpergewicht in Gold zu diesem Zweck, heutzutage bei den meisten Menschen bestimmt ein ziemlich teures Unterfangen..... So ist diese Pagode heute der wichtigste Sakralbau und das religiöse Zentrum Myanmars oberhalb der heimlichen Hauptstadt Rangon. Es empfiehlt sich, die Pagode in den Stunden der Dämmerung aufzusuchen, wenn die Einheimischen durch die insgesamt vier Eingänge aus den vier Himmelsrichtungen zur 60000 Quadratmeter großen Plattform aus Marmorplatten heraufströmen und das Spiegeln des vielen Goldes in der untergehenden Sonne langsam durch sein Leuchten im Lichte der unzähligen jetzt aufflammenden Scheinwerfer und Lampen ersetzt wird. Ein jeder wandelt dann um den gewaltigen Stupa herum und strebt in der Landschaft aus zahlreichen kleinen und größeren Tempeln, Chedis und Stupas und Hunderten von stehenden, sitzenden oder liegenden Buddhafiguren seinem persönlichen Gebetsschrein zu. Und natürlich darf der symbolische Fußabdruck Buddhas nicht fehlen und nahe dem Nordausgang die Naungdawgyi-Pagode, die goldene ältere, genau an der Stelle errichtet, wo einstmals die Haare Buddhas eingemauert wurden. Wie wäre es, zum Abschluß des Rundgangs die Maha-Tissada-Glocke, die mit 40 Tonnen schwerste Glocke der Pagode zu schlagen? Ein Klang, welcher, einmal abgesehen von seiner religiösen Bedeutung, durch Mark und Bein geht. Aber bitte drei Mal schlagen, schließlich können wir ja alle ein wenig Glück immer gebrauchen.....