Hornvogel


Man begegnet in Südostasien einer ganzen Anzahl von für Mitteleuropäer seltsam aussehenden Vogelarten, die Exemplare der auch Nashornvögel genannten gehören bestimmt zu dieser Kategorie. Ein besonders skurriles Exemplar ist der Doppelhornvogel, welcher gleich zwei nebeneinander liegende wulstige Aufsätze auf dem gebogenen Schnabel besitzt. Diese Aufsätze, gemessen wurden schon Längen von über 19,2 Zentimeter Länge, 10,6 Zentimeter Breite und 5,6 Zentimeter Höhe, sind meist hohl und bestehen aus Knorpelgewebe, sind also mehr beeindruckend als nützlich. Kein Wunder, soll doch der mehr als einen Meter messende Vogel auch noch fliegen können. Praktischer ist dagegen der lange Schnabel, bei dem Unter- und Oberschnabel nur an der Spitze zusammentreffen, eine Pinzette zum Erjagen und Zerdrücken von Nahrung, deren Bestandteile dann nach heftiger aufwärtsgerichteter Kopfbewegung mit kühnem Schwung in den Rachen befördert werden. Haben sich Männlein und Weiblein gefunden, zieht sich die "bessere" Hälfte in eine Baum- oder auch Erdhöhle zurück und mauert sich zumeist bis auf einen schmalen Spalt von innen aus ein. Keine Chance für Nesträuber, die nur ein bis zwei Kleinen zu vertilgen, aber auch keine Chance für die Vogelmutter, den Platz zur Nahrungsaufnahme zu verlassen. Welch ein Vertrauen in den Partner, welcher dann über etwa 130 Tage bei etwa 1600 Anflügen cirka vierundzwanzigtausend Früchte durch den Spalt zu stopfen hat! Zuverlässigkeit gibt's eben auch bei etwas seltsam aussehenden Lebewesen! Manche Zweibeiner könnten sich davon ruhig etwas abschauen ......