Sarkofagenpanorama


Ein mühevoller Aufstieg über mit verwehtem Schnee bedeckte Geröllfelder ist geschafft: Wir stehen auf dem Gipfel des 512 Meter hohe Sarkofagen! Und der Wettergott hatte ein Einsehen, er milderte den Wind ein wenig ab, und der Blick in die Runde entschädigt mehr als genug! Unten ziemlich verloren in der weißen Weite liegt Longyearbyen, der Hauptort der Insel mit seinen etwa 2500 Einwohnern, umragt von den beiden trotz natürlichem Ursprungs erstaunlich regelmäßig strukturierten Bergformationen, dem Sverdruphamaren und dem Sukkertoppen. Als vor etwa 550 Millionen Jahren in weit südlichen Breiten der Superkontinent Rodinia zerbrach, drifteten einige Fragmente, wie auch dieses, Grönland und die heutige Insel Spitzbergen, zur jetzigen Postion in hoher nördlicher Breite. Und auf dem bis zu 1750 Millionen Jahren altem Grundgebirge entstanden später während mehrerer Warmzeiten vom Devon bis zum Tertiär Sedimente, wie auch umfangreiche Kohleflöze. Vor etwa 40 Millionen Jahren trennte sich Spitzbergen von Grönland (und trennt sich auch heute noch weiter von der amerikanischen Platte), und ab dem Quartär, als es dann kälter wurde, bedeckten Gletscher in mehreren Phasen die Landschaft und formten die Oberfläche der mehr als 400 Inseln und Schären mit ihrer Zerklüftung und ihren Fjorden. Aber lassen wir die Geschichte und widmen uns noch einmal dem atemberaubenden Panorama: Der kleine Ort am langsam von den Sedimenten aus dem Adventdalen verlandenden Adventfjorden, dahinter die knapp tausend Meter hohe Gipfelkette des Hiorthfjellet, benannt nach dem Ingenier Fredrik Hiorth, welcher u.a. erste norwegische Auto bauen ließ und auch heute noch bestehende Norsk Hydro a.s. leitetete und im Jahr 1921 starb, mit dem Adventtoppen, seinem Ausläufer linkerhand. Und rechterhand beginnt der Operafjellet mit dem sichtbaren "Dirigenten", dem ich mich später noch widmen werde. Unzählige Polarforscher, Robbenjäger, Trapper und Sich-Berufen-Fühlende haben hier ab dem 16. Jahrhundert die noch brachliegende Namensgebung bereichert. Und dann erst die Übersetzungen aus den verschiedenen Sprachen der Namensgeber!


Und der Blick von der anderen Seite? --> Und der Blick von der anderen Seite?