Nordenskjöldbreen


Vergessen wir doch die kleinen Gletscher um Longyearbeen und nähern uns der Abbruchkante des Nordenskiöldbreen! Immer größer wird dieser vor den Augen der Schiffspassagiere, bis sich das Boot nicht weiter herantraut und beidreht. Bläuliches Eis quillt aus den Bergen zum Wasser herunter, um dann irgendwann zu kalben und sich mit diesem zu vereinigen und es wegen der mitgeführten Mineralien rötlich-bräunlich einzufärben. Aber eigentlich ist dieser nach dem finnischen Geologen Adolf Erik Nordenskiöld (1832-1901) benannte Gletscher so groß denn doch nicht, er ist "nur" schlappe 25 Kilometer lang und maximal 11 Kilometer breit. Obwohl das eher geschätzte Daten sind, denn er speist sich aus der Eiskappe des etwa 600 qkm großen Lomonossowfonna, welche in Richtung Osten nahtlos in die mit 4.150 qkm viel gewaltigere des Olav-V-Land übergeht, welches dann mit ihren daraus entspringenden Gletschern den Osten der namensgebenden Hauptinsel Spitsbergen bedeckt. Aber das ist noch gar nichts! Die noch weiter nördlich auf 80 Grad nördlicher Breite liegende Insel Nordaustlandet ist mit den etwa 11.000 qkm großen Eispanzern Austfonna und Vestfonna zu etwa drei Vierteln mit Eis bedeckt. Und eigentlich hat der 2. Weltkrieg erst hier am 4. September 1945 sein Ende gefunden, als die deutsche Marine-Wetterstation Haudegen in der Wordiebukta vor der norwegischen Marine kampflos kapitulierte. Die elf Soldaten waren bis dahin wohl schlichtweg vergessen worden...


<-- Noch ein Blick aus der Entfernung? Noch ein Blick aus der Entfernung?