Sverdruphamaren


Es ist Nacht geworden in Longyearbyen, Ende Oktober jeden Tag etwa zwanzig Minuten eher, bis dann Mitte November der Mond und die Sterne die einzige natürliche Beleuchtung über der Stadt sind. Oder doch nicht? Ja doch, ich vergaß die Nordlichter zu erwähnen! Und an diesem Tag besteht laut einschlägigen Portalen eine besonders große Chance auf diese faszinierende Himmelserscheinung. Aber vorerst: Nichts! Dann genießen wir doch erstmal den Blick über die Talsohle des Longyeardalen! Die Longyearfelva ist jetzt nur ein kleines und allmählich zufrierendes Bächlein, aber im Frühjahr während der Schneeschmelze, da schwillt sie zu einem reißenden Fluss an, so dass man die Bauten der Stadt lieber weiter oben auf den Hochufern des Tals angelegt hat. Dahinter die Kuppelstation an der tiefsten Stelle der ehemaligen Seilbahn zur Gruve 2b, erforderlich, um die Loren vom absteigenden Seil auf das aufsteigende zu übergeben. Die Svalbard-Kirche, die nördlichste der Welt, liegt weiter oben am Berghang, im Jahr 1958 auf dem Grund und Boden eines im zweiten Weltkrieg zerstörten Vorgängers eingeweiht, bietet sie Heimstatt für Katholiken, Protestanten sowie Orthodoxe und fungiert zugleich als rund um die Uhr geöffnete Begegnungs- und Kulturstätte für Einwohner und Touristen. Ökumene für alle sozusagen. Und hier befand sich auch das Zentrum des 1906 durch den Kohleunternehmer Laongyear gegründeten und im Krieg zerstörten alten Ortes. Was würde eigentlich dieses Bild ohne die noch recht dünne Schneedecke taugen? So thront der 433 Meter hohe Sverdruphamaren mit seinen weißgepuderten Hängen über dem Tal und in halber Höhe zeichnen sich die Spuren der ehemaligen Seilbahnen ab, die oberen Masten zur nach dem ersten Weltkrieg aufgegebenen Gruve 1a mit dem unter dem Gipfel noch sichtbaren Eingang sind inzwischen zusammengebrochen, während die sich über das Bild ziehenden Masten zur später im Jahr 1958 aufgegebenen Gruve 1b mit ihrer Kuppelstation (im linken Bildviertel) noch recht gut erhalten sind.


Nun aber zu den Nordlichtern! --> Nun aber zu den Nordlichtern!