Khan al-Umdan, die "Karawanserei der Säulen" werde ich auch genannt. Geboren wurde ich im Jahr 1784 auf den Grundmauern eines alten Dominikanerklosters mitten im Zentrum von Akko, der Stadt im Norden Judäas mit ihrer uralten, schon in der Bronzezeit beginnenden Geschichte, später besiedelt von den Ägyptern, Persern, unter dem Namen "Ptolemeus" von den Griechen, später den Römern, und dann den Arabern, welche nach der Vertreibung der Kreuzritter im Jahr 1291 deren gewaltige Festung weiter ausbauten. Als meine Stadt dann im Jahr 1517 an die Osmanen fiel, begann unter dem Schutz dieser Festung eine neue Blütezeit, vovon noch heute mehrere Karawansereien zeugen, so auch meine Wenigkeit, von der ich mal ohne Eitelkeit behaupte, sie sei trotz meines Alters die größte und wohl schönste. Schauen Sie sich doch einmal die wunderschönen Säulen der Arkaden an, welche zur vollständigen Umrundung des Innenhofes einladen, um geschützt vor der brennenden Sonne mit Geschäftspartnern Handel und Wandel zu besprechen oder als Philosoph über die Weltenläufe nachzudenken. Welch ein geschäftiges Treiben! Händler aus allen Gegenden des Mittelmeerraumes, vom Euphrat, sogar aus Indien, sie alle treffen sich hier bei mir, verhandeln miteinander, transportieren Waren heran und wieder ab, trinken und essen etwas. Aber die Krönung meiner Schönheit ist wohl der wunderschöne Uhrturm, welcher weithin sichtbar der Stadt und auch den vom Mittelmeer her einlaufenden Schiffen die genaue Zeit schlägt. Wenn dann am Abend Tiere und Waren sicher in den unteren Räumen untergebracht, meine Eingangstore verschlossen und die Menschen ein Stockwerk höher nach angestrengtem Tagewerk in tiefen Schlummer gefallen sind, ja dann zieht Stille ein unter dem Sternenhimmel, nur unterbrochen durch seine wohlklingenden und weithin hörbaren Gongschläge.