Kreuzritterfestung

Nachdem die Kreuzritter unter König Balduin I. am 15.Juli 1099 die heilige Stadt Jerusalem erobert hatten, richteten sie ihr Augenmerk auf die Eroberung der weiter nördlich gelegenen, gut befestigten Stadt Akko mit ihrem zur Nachschubversorgung strategisch wichtigen einzigen ganzjährig nutzbaren Tiefwasserhafen der Levante, welche auch schließlich im zweiten Anlauf mit Unterstützung einer Genuesischen Flotte im Jahr 1103 gelang. In den Jahren darauf entstanden so eingedenk der ständigen Bedrohung des Königreiches Jerusalem gewaltige Festungsanlagen, und so wurde die Stadt nach einem Gastspiel ab 1187 durch den syrisch-ägyptischen Sultan Saladin als Herrscher und der Rückeroberung nach langer, über zweijähriger Belagerung im Jahr 1191 bis zu ihrem Fall sogar die Hauptstadt des Kreuzfahrerstaates, dessen Kraft zur Rückerlangung Jerusalems schon nicht mehr ausreichte. Im Jahr 1291 war dann alles vorbei. Und der mamelukische Befehlshaber Al-Ashraf Chalil machte Tabula Rasa: Er metzelte alle Christen in der Stadt nieder und schleifte zur Verhinderung einer eventuellen Rückkehr der Kreuzritter die Mauern, so daß nur die mit den Trümmern der oberen verschütteten unteren Geschosse übriggeblieben sind, auf denen allerdings die Osmanen ca 300 Jahre später eine neue Festung erbauten. Inzwischen wurde viel von den alten Gemäuern ausgegraben und restauriert, der ehrfürchtige Blick des Betrachters regt zur Phantasie ob der ehemals prunkvollen Ausstattung der Residenz des Königs von Jerusalem an, so auch im Refrektorium, dem Speisesaal. Dieser ist zweischiffig gehalten und wird vom vermutlich ersten aller gotischen Kreuzrippengewölbe überdacht. Aber auch der legendäre und in heutiger Zeit Anlaß zu allerlei mystischen Phantasien gebende Templerorden hatte hier mit dem Sitz des Hochmeisters seinen Hauptort. Eigentlich wurde er auf dem Tempelberg von Jerusalem gegründet und residierte bis zum Fall der Stadt auch dort, um christliche Pilger auf ihrer beschwerlichen Reise dorthin vor Räubern und Wegelagerern zu beschützen, mit steigender Bedrängnis des Staates wuchs allerdings seine militärische Bedeutung ständig an. So entstand auf der Westseite der Halbinsel eine weitere gewaltige Burg, welche durch einen 360 Meter langen Tunnel unter der mittelalterlichen Stadt hindurch mit dem östlich liegenden Hafen verbunden wurde, dessen unterer Teil in den Fels gehauen wurde, während der obere aus einem Natursteingewölbe besteht. Es ist hier so wie in ganz Palästina: Jeder Stein atmet hier Geschichte.....