Mutprobe


Mutprobe von den Mauern des Sultans! Oben stehen und mit den Augen das im Sonnenlicht glitzernde Wasser fixieren, die Mindestentfernung vom Mauerfuß beim Auftreffen ganz genau abschätzen, um da unten nicht zu zerschellen. Im Voraus bewunderne Blicke der Umstehenden, besonders natürlich der jungen Mädchen genießen. Ja und dann: Einer zählt und einen Augenblick später der Absprung, Adrenalin schießt in die Blutbahn, rudernde Armbewegungen während des immer schneller werdenden Falles, um noch einige Zentimeter Sprungweite herauszuholen, nur nicht den kurz unter der Wasseroberfläche lauenden tückischen Felsen zu treffen! Da, ein Schmerz durchzuckt die Fußsohlen, die Körper schießen gleich Torpedos in die Tiefe, um eine ganze Weile daraus nicht wieder aufzutauchen. Die gewaltige meterhohe Wasserfontaine wird dann längst schon wieder in sich zusammengesunken sein. (Danke für die Bilderserie, Franzi!) Auch das ist Akko! Als 1948/49 der jüdische Staat entstand und die arabische Bevölkerung massenhaft vertrieben wurde, hier in der Altstadt von Akko veränderte sich nichts. Und so funktioniert hier das Zusammenleben von Moslems und Israeliten besser als in Jerusalem, beide haben ihre Moscheen und Synagogen und selbst die syrisch-maronierte Kirche von Antiochien hat hier einen Stützpunkt und ihr Turm schaut sich das Treiben auf den von den Kreuzrittern erbauten und den Osmanen erweiterten Mauern mit zufriedener Ruhe an.