der Merlion


Als zwischen dem siebenten und dem neunten Jahrhundert die Besiedlung des am südlichsten Zipfel der Malaiischen Halbinsel gelegenen "Letzten Punktes des Landes", in der Sprache der hier im dritten Jahrhundert vor Christi siedelnden Orang Laut als Pulau Urong bezeichnet, begann, da entstand hier eine Ortschaft mit dem Namen Temasek ("Stadt am Meer"). Und als dann im 14. Jahrdundert der hinduistische Prinz und spätere Herrscher Singapurs Sang Nila Utama aus Sumatra wegen seiner damals nicht wohlgelittenen Heirat mit einer javanischen (buddhistischen) Prinzessin auf die Insel flüchtete, begegnete er der Legende zufolge im dichten Dschungel einem Löwen. Schon hatte er sein Schwert gezückt, zum Kampf bereit, doch dann sahen sich beide tief in die Augen, der Löwe und der Prinz, welcher sein Schwert sinken ließ, woraufhin sich auch der Mähnenträger zurückzog. Oder war es eine Löwendame? Und, wäre sie meschlich gewesen, ob dann die buddhistische Angetraute noch eine Chance gehabt hätte? Nun, auf jeden Fall war das Zusammentreffen für den Prinzen so beeindruckend, daß er die Stadt in Singapur umbenannte, im Sanskrit für "Löwenstadt". Und als etwa 500 Jahre später die Tourismuskommission der inzwischen aufstrebenden Stadt nach einem neuen Logo suchte, erinnerte man sich an diese Legende und es wurde der Merlion geboren, das neue Wahrzeichen und der Schutzpatron der Stadt, eine beeindruckende Skulptur an der Mündung des Singapur Rivers in den Marina Bay, halb Fisch, halb Löwe, eine Allegorie für die Löwenstadt am Meer aus Mermaid (Engl. für Meerjungfrau) und Lion (Löwe). Normalerweise auch wasserspeiend, warum das bei unserer Anwesenheit nicht der Fall war, kann ich nicht sagen. Aber die 5,7 Millionen Einwohner werden jährlich von über 11 Millionen Touristen geradezu überrannt und es existieren wohl ebenso viele Bilder von dieser Statue im Net, so daß es nicht schwer sein dürfte, wasserspeiende zu finden.