Im Umkreis einiger Vulkane und angesichts des im Heben befindlichen Taurusgebirges weiter südlich kam es zu den erdgeschichtlich jungen Zeiten des Neogens zu bedeutenden Eruptionen, welche mittels Lava und auch großer Mengen vulkanischer Asche ein etwa 10.000 qkm großes, bislang sumpfiges und seenreiches Gebiet zugeschüttet haben, in dem Gebiet, welches wir heute gemeinhin als Kappadokien bezeichnen. Durch immer neue Lagen weiter verdichtet, entstand eine relativ stabile Schicht vulkanischer Tuffe, welche seitdem, so nicht durch darüberliegende Steine oder ähnliches geschützt, schneller Verwitterung anheimfällt. Eine einzigartige Landschaft von relativ leicht zu bearbeitenden Tuffschichten und Feenkaminen war entstanden, welche schon vor 10.000 Jahren erster Besiedlung durch Menschen günstige Bedingungen bot. Auch den ersten Christen, im Römischen Weltreich zuerst verfemt und verfolgt. Seit dem 2.Jhdt n.Chr. sind zwei Bistümer bekannt und in den weiteren Jahrhunderten entwickelten glaubensstarke Mönche ein lebendiges religiöses Zentrum, höhlten die Berge und Tuffkegel zu Kirchen aus, etwa 3.000 hat man wohl insgesamt gezählt. Auch Einsiedler und ähnlich veranlagte Zeitgenossen fanden hier ihre Refugien. Aber die Zeiten wurden zusehends unsicher, die Macht des byzantinischen Reiches, wo sie im fernen Konstantinopel sowieso aufgrund eigener Ideen bei der Staatskirche nicht immer wohlgelitten waren, zerbröselte immer mehr, fremde Völker aus den östlichen Steppen kamen auf Raubzügen vorbei, bis die Seldschuken in der Schlacht von Manzikert im Jahr 1071 der byzantinischen Macht über den größten Teil Anatoliens endgültig den Garaus machten. Gut, dass man an den in den Berg gehauenen Sakralbauten der orthodoxen Christen nicht viel zerstören konnte und dass aus ihnen auch kein Baumaterial für eigene Bauten der Eroberer zu gewinnen war. So lebte sie fort, eine mit den Jahrhunderten immer weiter dezimierte christlich-orthodoxe Gemeinde, in zunehmend verwitterter Landschaft, welche zusammen mit deren Bauten auch heute noch viele pittoreske Ansichten bietet. Und Gelegenheit zum Fotografieren und zum Nachdenken über die Zeitläufe....