Müde vom vielen Stein und Beton, den Straßenschluchten und Sehenswürdigkeiten, erklimmen wir die 250 Meter hoch über Manhattan befindliche Aussichtsplattform des Rockefeller Centers. Nur mit brusthohen Geländern vom Abgrund getrennt, einer steifen Brise ausgesetzt, so lässt sich das beeindruckende Panorama in seiner Ausbreitung über 360 Grad so richtig genießen. Nach Norden fällt der Blick auf ein hier in diesen dichtbebauten Häuserschluchten keineswegs vermutetes, besonderes Areal, den Central Park. Dunkelgrün liegt der Bereich vor uns, umringt von der im Licht der Abendsonne rötlich angestrahlten Bebauung. Die gerade gezündeten Lampen der Parkweg-Beleuchtung sind schon als winzige helle Punkte erkennbar, während sich die Dämmerung über das 93,5 Kilomter lange Wegenetz senkt. 7,5 Millionen Dollar kostete die Errichtung des Parks ab dem Jahr 1858 mit einer Länge von 4,07 Kilometern zwischen der 59. und der 106. Straße und einer Breite von 860 Metern zwischen der 5. und der 8. Avenue. Und so richtig fertig wurde man hier nie, ständig gab und gibt es etwas neu zu schaffen, zu verändern: Ein Belvedere Castle auf dem Vista Rock mit Aussicht auf das Delarcorte Theater, den Schildkrötenteich oder den Ramble-Urwald; ein 18 Morgen großer See mit Eislaufbahn im Winter und zum Bootfahren im Sommer; ein privater Zoo mit Hirschen, Gänsen, Stachelschweinen und Präriewölfen; ein Kinderparadies "Central Park Dairy"; die Bethesda-Terrasse mit einer gewaltigen Fontäne und einem Rundblick über den Park; ein 21 Meter hoher und 1600 Jahre alter Obelisk, Geschenk der ägyptischen Regierung, um nur einige Sehenswürdigkeiten zu nennen. Als sich dann die finanziellen Verhältnisse der Stadt in den siebziger Jahren rapide verschlechterten und der zunehmend verwahrloste Park zugunsten von Immobilienspekulanten geschlossen werden sollte, engagierten sich zuerst viele Künstler mit Benefiz-Konzerten für seinen Erhalt und im Jahr 1980 gründeten Privatleute eine Stiftung, die Central Park Conservancy, bislang wurden 690 Millionen Dollar (536 Millionen aus privaten Quellen) zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der einzigartigen Landschaft aufgewendet. Immerhin sind 250 ha Wiesen, 24000 Bäume, 150 ha Seefläche und 80 ha Wald zu pflegen, dazu kommen 9000 Bänke, 26 Spielplätze, 21 Ballspiel-Felder, 36 Brücken sowie 55 Skulpturen und Denkmäler. Gigantische Zahlen, vom Reichtum der New Yorker und auch von einer anderen Spendenphilosophe zeugend.