Blick auf Manhattan


Zu einem abendlichen Besuch ganz oben auf dem Rockefeller-Center sollte man doch genügend Zeit mitbringen und auch ein Quentchen Wetter-Glück ist nicht unbedingt von Nachteil. Und auch warme Kleidung wäre zu empfehlen, dort oben in 259 Metern Höhe bläst ein steifer Wind über die ungeschützte Plattform, keine beschlagenen oder verschmutzten Scheiben behindern den Rundblick. Aber es lohnt sich, es ist ein Erlebnis, wenn die Dämmerung ihr samtenes Band über die Straßenschluchten von Manhattan senkt, während die Spitzen der Hochhäuser noch von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne benetzt werden. Langsam erstirbt das natürliche Licht und die anfangs noch dunkel und unbelebt erscheinenden Fensterreihen der Stadt erhellen sich langsam, überall entstehen nacheinander neue Lichtpunkte, bis sie inzwischen zusammen mit der inzwischen entzündeten Straßenbeleuchtung ein unübersehbares Meer bilden, während sich der Himmel darüber vom Abendrot über ein immer dunkler werdendes Blau schließlich schwärzt. Und was vorher im Abendrot das Bild dominiert hat, es tritt nun zurück und macht Platz für Objekte mit intensiverer Beleuchtung: Die Manhattan und die Brooklyn-Bridge, vorher eher unscheinbar, nun treten sie, gut beleuchtet, aus der Dunkelheit hervor, und noch viel weiter hinten, da wo der Upper Bay in den Atlantik übergeht, da ist als letzte Landverbindung von Brooklyn nach Staten Island die Verrazano Narrows Hängebrücke mit ihren 211 Meter hohen Türmen auszumachen. Aber eigentlich am elegantesten in jeder Beleuchtungslage und auch eleganter als das Rockefeller Center präsentiert sich das Empire State Building, auf welchem der Blick des Betrachters wohl zuallererst hängen bleibt.